Das mit dem Büro-Essen

Es ist ja so, wer arbeitet, muss auch was essen. Wenn man Glück hat, hat der Arbeitgeber eine brauchbare Kantine. Wenn man weniger Glück hat, dann nicht. Muss man also Ausweich-Möglichkeiten suchen.

Nun hat so eine Mittagspause im Büro ja so seine eigene Regeln: Entweder man geht gesammelt zur Nahrungsaufnahme (manchmal nicht unbedingt freiwillig, aber es gehört halt dazu) oder jeder mummelt vor sich hin. Man setzt sich in die Teeküche, mampft am Arbeitsplatz oder geht auch mal eine Runde spazieren. Man nutzt seine halbe Stunde Mittagspause halt irgendwie. Gesetzt den Fall, man geht gemeinsam in die Kantine, dann unterhält man sich im Regelfall über die Arbeit. So eine Kantine ist ja nun auch nicht gerade der gemütlichste Ort, also nicht unbedingt für private Gespräche, der Nachbartisch hört ja eventuell mit. Kantine ist halt irgendwie steril. Also, im Regelfall. Es gibt Ausnahmen. Sogar solche, bei denen das Essen sogar schmeckt.

Und dann gibt es diese Tage, an denen man beschließt, gemeinsam was beim Thai, Italiener oder sonst wo zu bestellen. Dann setzt man sich gemeinsam zusammen. Entweder stellt man in einem Büro Besprechungstische zusammen oder man ist frech und reserviert sich einen Besprechungsraum.

Und schon ändert sich die Mittagspause. Man sitzt mehr oder weniger gemütlich zusammen, erzählt, räumt hinterher zusammen auf. Die Stimmung ist doch eine andere, als wenn man zusammen in die Kantine geht. Und die Mittagspause dauert dann auch schon mal länger als eine halbe Stunde. Gut, wenn man dann einen Chef hat, der das toleriert. Bzw. der auch an diesen Mittagsrunden teilnimmt.

Ich mag diese Mittagspausen bei uns. Ich bin kein Kantinenfreund, auch wenn wir in unserem Bürozimmer auch ein gewisses Mittagsritual haben. Das allerdings nicht die Kantine beinhaltet, sondern mal kurz raus. Teilweise auch mit Kollegen aus anderen Referaten. Trotzdem sind diese Mittagspausen, bei denen Bürozimmer-übergreifend bestellt und gegessen wird eine schöne Sache. Irgendjemand übernimmt die Koordination, sammelt die Bestellungen ein, ruft beim Dealer an und ordert das Essen.

Das trägt nicht nur zum kollegialen Zusammengehörigkeitsgefühl bei, es ist auch eine Gelegenheit, einfach mal miteinander zu klönen. Macht man auch sonst so, aber in so einer Runde ist es doch noch was anderes. Klar, es werden auch berufliche Themen besprochen, aber in einer entspannteren Atmosphäre.

Wir bei uns versuchen, einmal die Woche so eine Mittagsrunde zu organisieren. Und ich denke, solche „Rituale“ tragen einiges zu einem positiven Arbeitsumfeld bei.

2 Antworten auf „Das mit dem Büro-Essen“

  1. Ich gehe jeden Tag in die Kantine zusammen mit einer Kollegin, danach gehen wir noch einmal ums Firmengebäude, ist bei uns auch ein Ritual 🙂
    Bei uns ist die Kantine ein Sozialraum, man kann auch sein eigenes Essen mitbringen und in der Mikrowelle warm machen, es besteht keine Verzehrpflicht.

    1. Unsere Kantine hat 60’er Jahre Charme. Und um der Gesundheit Willen überlegt man, was man von den drei Gerichten man nimmt. Also, die Nudeln, die Salatbar oder das Hauptgericht. Oder das zum dritten Mal aufgewärmte von damals.

Kommentare sind geschlossen.